Wacker hat im zweiten Quartal 2026 einen Konzernumsatz von 1,52 Milliarden Euro erzielt und damit den Vorjahreswert um rund sieben Prozent übertroffen. Gegenüber dem ersten Quartal legte der Umsatz um acht Prozent zu. Nach Unternehmensangaben trugen alle Geschäftsbereiche zum Wachstum bei. Höhere Absatzmengen sowie teilweise gestiegene Verkaufspreise sorgten insbesondere in den Chemiebereichen für zusätzliche Impulse.
Das Ebitda erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 211 Millionen Euro und lag damit 85 Prozent über dem Wert des zweiten Quartals 2025. Neben Einsparungen aus dem Kosten- und Effizienzprogramm „PACE“ wirkte sich ein nicht-operativer Ertrag aus der Reduzierung von Pensionsrückstellungen in Höhe von rund 37 Millionen Euro positiv auf das Ergebnis aus. Ohne diesen Sondereffekt belief sich das operative Ebitda auf 175 Millionen Euro.
Wacker profitiert von Kosteneinsparprogramm und operativer Disziplin
Nach Angaben des Unternehmens zeigen die Maßnahmen des Ende 2025 gestarteten Programms „PACE“ zunehmend Wirkung. Ziel des Programms ist es, die jährlichen Kosten um mehr als 300 Millionen Euro zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. „In Anbetracht des weiterhin schwachen Marktumfelds und den Herausforderungen, vor denen die chemische Industrie steht, hat sich WACKER im 2. Quartal gut behauptet. Unser Ergebnis liegt deutlich über den Werten des Vorjahreszeitraums. Das liegt zum einen an der guten operativen Performance, zum anderen zeigt unser Kosten- und Effizienzprogramm ,PACE' Wirkung“, erklärt Vorstandsvorsitzender Christian Hartel. Die Umsetzung der Maßnahmen verlaufe weltweit planmäßig.
Marktumfeld bleibt herausfordernd
Trotz der verbesserten Geschäftszahlen bewertet Wacker die konjunkturelle Entwicklung weiterhin zurückhaltend. Die Nachfrage aus wichtigen Abnehmerbranchen wie der Automobil- und Bauindustrie bleibt nach Unternehmensangaben schwach. Zusätzliche Unsicherheiten entstehen durch geopolitische Entwicklungen im Nahen Osten, die sich unter anderem auf Energiepreise und Lieferketten auswirken. Als Reaktion auf gestiegene Kosten erhöhte Wacker im zweiten Quartal die Preise für Silicone und Polymere.
Wacker-Geschäftsbereiche entwickeln sich unterschiedlich
Die Geschäftsbereiche Silicones, Polymers und Biosolutions steigerten sowohl Umsatz als auch Ergebnis gegenüber dem Vorjahresquartal. Besonders deutlich fiel der Zuwachs im Bereich Polymers aus, dessen Ebitda um 74 Prozent stieg. Verantwortlich waren vor allem niedrigere Betriebskosten sowie höhere Verkaufspreise.
Der Geschäftsbereich Polysilicon erhöhte zwar seinen Umsatz, musste jedoch einen deutlichen Ergebnisrückgang hinnehmen. Belastet wurde das Geschäft durch die anhaltend schwache Nachfrage nach Solarsilicium, niedrigere Preise sowie höhere Energiekosten. Positiv entwickelte sich dagegen das Geschäft mit Halbleiter-Polysilicium.
Siltronic-Verkauf stärkt Cashflow und Bilanz
Das Periodenergebnis belief sich im zweiten Quartal auf 350 Millionen Euro. Wesentlichen Anteil daran hatte der Verkauf von Anteilen an der Siltronic AG. Die Investitionen gingen gegenüber dem Vorjahresquartal von 104 Millionen Euro auf 59 Millionen Euro zurück. Sie konzentrierten sich vor allem auf die Optimierung und Instandhaltung bestehender Produktionsanlagen. Im Geschäftsbereich Silicones wurde zudem ein neuer Standort für Spezialsilicone in Karlsbad eröffnet.
Wacker hebt Ebitda-Prognose an
Vor dem Hintergrund der guten operativen Entwicklung hat Wacker seine Prognose für das Gesamtjahr angepasst. Beim Umsatz erwartet das Unternehmen nun ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Gleichzeitig wurde die Ebitda-Prognose auf eine Spanne von 625 bis 750 Millionen Euro angehoben. Auch die Erwartungen für die Nettofinanzschulden wurden nach unten korrigiert. Durch den Verkauf der Siltronic-Anteile rechnet Wacker nun mit Nettofinanzschulden von rund 500 Millionen Euro.