Beim Schüttguthandling können zeitaufwendige Reinigungs-, Inspektions- und Wartungsarbeiten die Verfügbarkeit von Produktionsanlagen beeinträchtigen. Coperion setzt deshalb bei seinen Messe-Neuheiten auf eine bessere Zugänglichkeit und einfachere Handhabung. Dazu gehören die automatisierte Ausziehvorrichtung „AutoAccess“ für Zellenradschleusen und die neu entwickelte „WFV“-Weiche. Ergänzt wird der Messeauftritt durch den Doppelschnecken-Dosierer „K2-ML-D5-T35“ im Quick-Change-Design mit der Schüttgut-Fließhilfe „ActiFlow“.
„AutoAccess“ automatisiert das Öffnen der Zellenradschleuse
Bei konventionellen Zellenradschleusen müssen für Reinigungs- und Wartungsarbeiten zunächst Schrauben am Seitendeckel entfernt und anschließend das Zellenrad manuell herausgezogen werden. „AutoAccess“ automatisiert diesen Ablauf. Nach einem Knopfdruck wird der Bajonettverschluss am Seitendeckel mechanisch und ohne Werkzeug entriegelt. Anschließend fährt das Zellenrad linear aus. Zellenrad und Verschluss lassen sich danach zur Seite schwenken, sodass die Komponenten für Inspektion und Reinigung zugänglich sind. Der gesamte Öffnungsvorgang dauert nach Herstellerangaben weniger als eine Minute. Der automatisierte Ablauf reduziert manuelle Arbeitsschritte und soll zugleich Fehlbedienungen beim Ausbau vermeiden. Für Betreiber lassen sich Öffnen und Schließen der Schleuse dadurch standardisieren und reproduzierbar durchführen. Bei Reinraumanwendungen kann zudem der erforderliche Personaleinsatz sinken.
Schüttguthandling profitiert von überarbeiteter Kupplung und Lagerung
Neben dem automatisierten Auszug hat der Hersteller Kupplung und Lagerung des Zellenrads konstruktiv verändert. Die neue Kupplung erlaubt es, das Zellenrad unabhängig von seiner Winkelposition wieder in das Gehäuse einzuführen und mit dem Antrieb zu verbinden. Ein vorheriges Ausrichten in eine bestimmte Position entfällt, wodurch sich der Schließvorgang verkürzt. Die außenliegende Lagerung ist mit einer Wellenabdichtung versehen, die das Eindringen des Förderguts in die Lagerung verhindern soll. Das ist insbesondere bei abrasiven oder staubenden Produkten relevant. Zusätzlich wurde die Lagerung verstärkt. Im ausgezogenen Zustand lässt sich das Zellenrad dadurch frei am Seitendeckel drehen, sodass Kammern und Stege für die Reinigung besser erreichbar sind.
Weiche verteilt Schüttgüter in Fallrohren
Eine zweite Neuentwicklung betrifft die gravimetrische Verteilung von Förderprodukten. Die aus Edelstahl gefertigte „WFV“-Weiche ist für unterschiedliche industrielle Anwendungen vorgesehen und verteilt Schüttgüter innerhalb von Fallrohren. Das Drehteil besitzt eine gerundete Geometrie, um den Produktfluss durch die Komponente zu unterstützen. Für unterschiedliche Prozessbedingungen stehen mehrere Ausführungen zur Verfügung. Eine spaltdichte Variante ist für den drucklosen Austrag ausgelegt. Für Anwendungen mit kleinem oder mittlerem Systemdruck bietet Coperion eine Version mit unterschiedlichen Dichtungen an. Glatte Oberflächen und ein demontierbarer Aufbau sollen die Reinigung der Weiche erleichtern.
Schnelle Produktwechsel beim Schüttguthandling
Für Dosieraufgaben zeigt der Hersteller außerdem den Coperion K-Tron Doppelschnecken-Dosierer „K2-ML-D5-T35“ im Quick-Change-Design. Das Dosiermodul lässt sich austauschen, um beispielsweise bei einem Produkt- oder Rezeptwechsel die Anlage entsprechend anzupassen. Je nach Fließeigenschaften des Materials kann das System mit einer Doppel- oder Einfachschnecke ausgestattet werden. Der schnelle Modulwechsel soll Stillstandszeiten reduzieren und das Risiko von Kreuzkontaminationen bei häufig wechselnden Produkten verringern. Am Messestand ist der Dosierer mit einem Vakuum-Abscheider für das automatische Nachfüllen von Inhaltsstoffen sowie der Schüttgut-Fließhilfe „ActiFlow“ kombiniert. Letztere richtet sich insbesondere an schwer fließende Materialien, bei denen sich im Trichter Brücken bilden können.
„ActiFlow“ arbeitet ohne bewegliche Teile im Produktbereich
Anders als mechanische Fließhilfen mit Rührwerken kommt „ActiFlow“ ohne bewegliche Komponenten im Schüttgutbereich und ohne direkten Produktkontakt aus. Stattdessen versetzt das System die Wand des Edelstahltrichters in Vibration. Die Steuerung passt Amplitude und Frequenz anhand des Schüttgutflusses automatisch an. Die Fließhilfe wurde für gravimetrische Differentialdosierer von Coperion K-Tron entwickelt. Durch die Kombination aus Quick-Change-Dosierer, automatischer Nachfüllung und kontaktloser Fließhilfe adressiert das System insbesondere Anwendungen, bei denen häufige Materialwechsel, kontrollierte Dosierung und eine gute Reinigbarkeit erforderlich sind. Sie finden Coperion auf der Powtech Technopharm 2026 in Nürnberg in Halle 7 am Stand 7-779.