Konstrukteure stehen häufig vor der Herausforderung, PFAS‑belastete Komponenten durch geprüfte, chemisch unbedenkliche Alternativen zu ersetzen, ohne umfangreiche Neuentwicklungen. Eine neue PFAS‑freie Gewindemutter von Igus schafft hier Abhilfe. Die Universalflansch‑Gewindemutter aus Hochleistungskunststoff ist PTFE‑frei, mehrfach auf kritische PFAS‑Verbindungen geprüft und ermöglicht eine direkte 1:1‑Umstellung in bestehenden Spindeltrieben.
PFAS‑freie Gewindemutter: Herausforderungen bei der Herstellung
Insbesondere für kleine Bauteile wie Gewindemuttern finden sich am Markt nur wenige PFAS‑geprüfte Varianten. Häufig unterscheiden sich diese in der Flanschgeometrie, was konstruktive Anpassungen erforderlich macht. Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Konstrukteur sollte in einer Verpackungsmaschine sämtliche Kunststoffteile durch PFAS‑freie Komponenten ersetzen, um künftigen regulatorischen Anforderungen zuvorzukommen. Gerade bei den Muttern des Gewindetriebs ergaben sich wenige passende Lösungen, die ohne technische Modifikation einsetzbar wären.
Universalflansch als PFAS‑freie Gewindemutter
„Um dieses Dilemma zu lösen, haben wir eine Universalflansch-Gewindemutter entwickelt, die PTFE-frei ist und auf die 96 kritischsten PFAS-Verbindungen geprüft wurde“, sagt Thorben Hendricks, Leiter Dryspin Gewindetechnik bei Igus. „Das Spritzgussbauteil verfügt über ein flexibles Lochmuster mit geschlossenen und offenen Bohrungen, das einen schnellen 1:1-Austausch ermöglicht, ohne konstruktionstechnische Anpassungen.“ Erhältlich ist die neue Universalflansch‑Gewindemutter der Serie Dryspin ab sofort in den Gewindedurchmessern 6,35 Millimeter, acht Millimeter und zehn Millimeter.
Spezielle Gewindegeometrie für längere Lebensdauer
Ein technisch relevantes Merkmal der neuen PFAS‑freien Gewindemutter ist die spezielle Geometrie des Gewindes. Igus fertigt Rohlinge der Universalflansch‑Gewindemuttern im Spritzgussverfahren aus dem Material Iglidur JPF und versieht sie anschließend mit unterschiedlichen Gewindetypen. Besonders gefragt ist das patentierte Dryspin‑Gewinde. Dazu erklärt Thorben Hendricks: „Zunehmender Beliebtheit in der Branche erfreut sich dabei unser patentiertes Dryspin Gewinde." Denn im Gegensatz zu klassischen Gleitgewinden, bei dem Spindel und Mutter symmetrische Profile haben, sind bei Dryspin die Gewindezähne der Mutter bis zu Faktor 1,3 vergrößert. „Dank der Asymmetrie konnten wir die Lebensdauer im Vergleich zu klassischen Trapezgewinden um rund 30 Prozent erhöhen, wie Tests im hauseigenen Labor gezeigt haben.“
PTFE‑freie Systemlösung mit Trockenlauf
Die neuen PFAS‑freien Gewindemuttern ermöglichen zudem einen reibungsarmen Trockenlauf. Im Werkstoff iglidur JPF sind mikroskopisch kleine Festschmierstoffe eingebettet, die den Gleitprozess unterstützen. Dadurch entfallen externe Schmierstoffe, was den Wartungsaufwand senkt und die Anfälligkeit für Verschmutzung reduziert. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass auch die Spindeln keine PTFE‑Beschichtung benötigen. Hendricks betont: „Ein weiterer Vorteil des reibungsarmen Trockenlaufs ist, dass auch die Spindeln keine Gleitbeschichtungen aus PTFE mehr benötigen. So erhalten unsere Kunden komplette, PTFE-freie und PFAS-geprüfte Systemlösungen.“
PFAS‑freie Gewindemutter: Anwendungen und Einsatzbereiche
Die PFAS‑freie Gewindemutter eignet sich für Spindeltriebe in zahlreichen Industriebereichen, unter anderem in Verpackungsmaschinen oder allgemeinen Maschinenbauanwendungen, in denen hohe Lebensdauer, chemische Unbedenklichkeit und einfache Austauschbarkeit relevant sind.