Geringere Margen und teilweise höhere Fixkosten belasten die Profitabilität
BASF behauptet sich 2025 in volatilem Marktumfeld und erzielt 1,6 Milliarden Euro Gewinn
Freitag, 27. Februar 2026
| Redaktion
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BASF Hauptsitz in Ludwigshafen
BASF Hauptsitz in Ludwigshafen, Bild: BASF

Die BASF-Gruppe stand 2025 unter erheblichem Druck durch unsichere geopolitische Rahmenbedingungen. Volatile Märkte und Währungseffekte prägten das Geschäftsjahr. „Wir haben uns deshalb vor allem auf die Dinge konzentriert, die wir im Rahmen unserer ‚Winning Ways‘-Strategie selbst steuern können“, betont der BASF-Vorstandsvorsitzender Dr. Markus Kamieth bei der Präsentation der Zahlen. Im Mittelpunkt stehen strategische Projekte und strukturelle Anpassungen. BASF hat zentrale Anlagen am neuen Verbundstandort Zhanjiang in China planmäßig in Betrieb genommen. Laufende Sparprogramme konnten beschleunigt und Organisationsstrukturen gestrafft werden. Auch die angekündigten Portfolioveränderungen wurden konsequent umgesetzt. Gleichwohl bleibt die Geschäftsentwicklung insbesondere im Schlussquartal hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück.

BASF-Umsatz 2025 und Rückgang im operativen Geschäft

Der Konzernumsatz belief sich 2025 auf 59,7 Milliarden Euro nach 61,4 Milliarden Euro im Vorjahr. Wechselkurseffekte, unter anderem durch den US-Dollar, den chinesischen Renminbi und den brasilianischen Real, beeinflussten die Umsatzentwicklung negativ. Das Ebitda vor Sondereinflüssen erreichte 6,6 Milliarden Euro und lag damit um 686 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Das Ebitda lag bei 5,6 Milliarden Euro nach 6,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Sondereinflüsse summierten sich auf minus 936 Millionen Euro und standen im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen, insbesondere am Standort Ludwigshafen. 

Belastend wirkte sich vor allem die schwächere Entwicklung der Kernsegmente Chemicals, Industrial Solutions, Materials sowie Nutrition & Care aus. Geringere Margen und teilweise höhere Fixkosten drückten auf die Profitabilität. Positiv entwickelten sich hingegen einzelne Bereiche außerhalb des Kerngeschäfts. Surface Technologies profitierte insbesondere von einem verbesserten Ergebnis im Bereich Environmental Catalyst and Metal Solutions (ECMS). Auch Agricultural Solutions erzielte durch höhere Deckungsbeiträge eine Ergebnisverbesserung. Das Ebit erreichte 1,6 Milliarden Euro und lag damit leicht unter dem Vorjahresniveau. Die Abschreibungen beliefen sich auf vier Milliarden Euro. 

Gewinn steigt auf 1,6 Milliarden Euro

Das Ergebnis nach Steuern und nicht beherrschenden Anteilen stieg hingegen auf 1,6 Milliarden Euro nach 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Ausschlaggebend war ein verbessertes Beteiligungsergebnis, unter anderem aufgrund von Netto-Sondererträgen aus Garantieleistungen im Zusammenhang mit Wintershall Dea.

BASF reduziert Verschuldung und erhöht Einsparziele

Finanzvorstand Dirk Elvermann betont die finanzielle Stabilisierung des Unternehmens. BASF hat die Nettoverschuldung bis Ende 2025 auf 18,3 Milliarden Euro gesenkt. Weitere Mittelzuflüsse aus Portfoliotransaktionen sollen 2026 zur zusätzlichen Stärkung der Bilanz genutzt werden. Die Effizienzprogramme zeigen ebenfalls Wirkung: Bereits bis Ende 2025 erzielte BASF jährliche Kosteneinsparungen von rund 1,7 Milliarden Euro und übertraf damit das ursprüngliche Ziel. Bis Ende 2026 sollen die Einsparungen auf 2,3 Milliarden Euro pro Jahr steigen. Parallel dazu wurden Management-Strukturen verschlankt. Die Zahl der Führungskräfte hat der Konzern innerhalb von zwei Jahren um elf Prozent verringert. Insgesamt sank die Belegschaft um rund 4.800 Mitarbeitende, wobei Neueinstellungen in China hierbei nicht berücksichtigt sind.

Ausblick 2026: BASF erwartet moderate Verbesserung 

Für das laufende Jahr rechnet BASF mit einem Ebitda vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 und sieben Milliarden Euro. Deutliche Ergebnissteigerungen werden in den Segmenten Nutrition & Care sowie Chemicals erwartet, während Industrial Solutions leicht zulegen soll. Für Materials und Agricultural Solutions prognostiziert BASF währungsbedingt eine etwas schwächere Entwicklung. Surface Technologies dürfte nach Sondereffekten im Vorjahr einen Rückgang verzeichnen.

Höherer Ausstoß an CO2-Emissionen erwartet

Für 2026 kalkuliert BASF mit CO2-Emissionen zwischen 17,2 und 18,2 Millionen Tonnen. Der Anstieg ist vor allem auf den neuen Standort in China zurückzuführen. Gleichzeitig setzt das Unternehmen auf Effizienzmaßnahmen und einen stärkeren Einsatz erneuerbarer Energien, um die Emissionsentwicklung zu begrenzen.

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