Noch immer werden große Mengen an Kunststoffverpackungen energetisch verwertet. Dabei gehen wertvolle Rohstoffe verloren. Gerade PET-Recycling bietet enormes Potenzial für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft, denn PET ist leicht, gut formbar und mehrfach recycelbar. Zudem ist es für den Lebensmittelkontakt zugelassen und wirtschaftlich attraktiv in der Verarbeitung.
„PAC2PAC“ als Leuchtturmprojekt für PET-Recycling
Die Schweizer Bachmann Group verfolgt mit dem Projekt „PAC2PAC“ das Ziel, einen geschlossenen Wertstoffkreislauf für PET-Verpackungen zu etablieren. Partner des Projekts sind Sesotec, Starlinger Viscotec, Krones und PET-Man. Gemeinsam wurde in einer Machbarkeitsstudie untersucht, wie gemischte Kunststoffsammlungen effizient in hochwertige PET-Rezyklate überführt werden können. Ziel ist es, aus gebrauchten Verpackungen wieder neue Verpackungen ohne Qualitätsverlust herzustellen.
Herausforderung im PET-Recycling: Food-Grade oder Non-Food?
Ein zentrales Problem im PET-Recycling ist die sichere Trennung von lebensmitteltauglichem und nicht-lebensmitteltauglichem PET. Am Beispiel des Schweizer Kunststoff-Sammelsacks zeigt sich die Komplexität: Dort werden verschiedenste Verpackungen gemeinsam entsorgt. Herkömmliche Sortierverfahren wie NIR-Technologie, Farb- oder Formerkennung reichen nicht aus, um Food-Grade-PET zuverlässig von Non-Food-PET zu unterscheiden. Für einen geschlossenen Kreislauf sind jedoch höchste Reinheitsanforderungen entscheidend.
KI-gestützte Sortierung als Schlüsseltechnologie
Im Projekt „PAC2PAC“ übernimmt Sesotec die sensorbasierte Sortierung. Zum Einsatz kommt das Sortiersystem „VARISORT+ UNITY“ mit der KI-basierten „OBJECT-AI“-Technologie. Die Kombination aus Nahinfrarot-Erkennung, Farb- und Formerkennung sowie KI-gestützter Objekterkennung ermöglicht eine deutlich präzisere Differenzierung zwischen lebensmitteltauglichem und nicht-lebensmitteltauglichem PET.
Die Sortierung erzeugt zwei klar definierte Fraktionen:
- „Food-grade PET klar“
- „Food-grade PET bunt“
Begleitende Analysen sichern kontinuierlich die Einhaltung der Grenzwerte.
Feinsortierung und Qualitätskontrolle im PET-Recyclingprozess
Nach der Vorsortierung werden die Verpackungen zu Flakes verarbeitet. Das Sortiersystem „FLAKE PURIFIER+“ übernimmt die Feinsortierung und entfernt verbleibende Fremdstoffe, Metalle oder Fehlfarben. Zur Qualitätssicherung kommt das Materialanalysesystem „FLAKE SCAN“ zum Einsatz. Es ermöglicht eine schnelle und zuverlässige Analyse der Materialzusammensetzung nach Kunststoffart, Farbe und metallischen Bestandteilen. Dadurch wird eine hohe Prozesssicherheit sichergestellt.
Höhere Recyclingquote durch intelligentes PET-Recycling
Die sortenreinen PET-Flakes werden anschließend zu Mono-Recyclingfolien extrudiert. Diese Folien dienen als Ausgangsmaterial für neue Verpackungen, die durch Thermoformen entstehen. Damit schließt sich der Kreislauf im PET-Recycling: Aus gebrauchten Verpackungen entstehen neue, gleichwertige Produkte.
Das Projekt zeigt, dass hochwertiges Food-Grade-PET wirtschaftlich und qualitätsgesichert in den Kreislauf zurückgeführt werden kann. Gleichzeitig wird auch transparentes Non-Food-PET sowie farbiges PET besser genutzt. Das Ergebnis ist eine deutliche Steigerung der Recyclingquote des Schweizer Sammelsacks bei konstant hoher Materialqualität.