Krauss-Maffei auf der JEC World 2026
Leichtbau, Oberflächenveredelung und Additive Manufacturing zu durchgängigen Composite-Lösungen verbinden
Montag, 16. Februar 2026
| Redaktion
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Additive Manufacturing: Der Extruder ermöglicht Verarbeitungstemperaturen bis 400 Grad Celsius und deckt einen breiten Austragsbereich von hundert Gramm pro Stunde bis zu 70 Kilogramm pro Stunde ab
Der Extruder ermöglicht Verarbeitungstemperaturen bis 400 Grad Celsius und deckt einen breiten Austragsbereich von hundert Gramm pro Stunde bis zu 70 Kilogramm pro Stunde ab, Bild: Krauss-Maffei

Auf der JEC World 2026 in Paris präsentiert Krauss-Maffei vom 10. bis 12. März) in breit aufgestelltes Technologieportfolio für Leichtbau und Oberflächentechnologie. Im Mittelpunkt stehen vernetzte Lösungen aus Reaktionstechnik, Spritzgießen und Additive Manufacturing. Dazu zählen auch vollständig integrierter Fertigungslinien aus einer Hand. Damit positioniert sich das Unternehmen als Systemanbieter für durchgängige Composite-Prozesse von der Entwicklung bis zur Serie. Am Stand werden unter anderem ein Sandwich-Unterbodenschutz, ein LED-beleuchtetes Fahrzeugfrontpanel sowie additiv gefertigte Hochtemperaturbauteile und Rohlinge aus PEEK, PESU und PEI gezeigt. Ebenfalls ausgestellt ist der Hochleistungsextruder „printCore“, das zentrale Element der additiven Systeme.

Technologiemix für Leichtbau-Anwendungen

Krauss-Maffei kombiniert unterschiedliche Verfahren gezielt, um maßgeschneiderte Lösungen für spezifische Anforderungen zu entwickeln. Die Bandbreite reicht von Pultrusion über LFI- und RTM-Prozesse bis hin zu Oberflächenverfahren wie „ColorForm“. Im Bauwesen gewinnen korrosionsbeständige Verbundwerkstoffe zunehmend an Bedeutung. Mit Pultrusionsanlagen des Tochterunternehmens Pultrex entstehen faserverstärkte Profile, etwa für Betonarmierungen oder Komponenten in Solar- und Windkraftanlagen. Die Bauteile zeichnen sich durch geringes Gewicht, hohe Dauerfestigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber Umwelteinflüssen aus.

Mit dem Verfahren „ColorForm“ verbindet Krauss-Maffei Spritzgießen und PUR-Beschichtung in einer integrierten Zelle. Ein gezeigtes Fahrzeugfrontpanel, der „Kühlergrill 2.0“,  wird nach dem Spritzgießen mit einer selbstheilenden PUR-Schicht überzogen. Das erhöht die Widerstandsfähigkeit gegen Steinschlag und mechanische Beanspruchung und ermöglicht neue Designkonzepte, insbesondere für Elektrofahrzeuge.

LFI für großflächige Strukturbauteile

Für komplexe Verkleidungsteile im Nutzfahrzeugbereich kommt das Langfaserinjektionsverfahren (LFI) zum Einsatz. Dabei werden Glasfasern mit Polyurethan benetzt und in einer Kavität verpresst. Das Verfahren eignet sich insbesondere für großformatige Strukturteile mit variabler Oberflächengestaltung, etwa durch Folien oder Kunstleder. Ein weiteres Exponat ist ein Unterbodenschutz in Sandwich-Bauweise: Eine LFI-Platte bildet den Kern, der mit Glasfasergelegen ummantelt, mit Matrixmaterial infiltriert und anschließend verpresst wird. Das Resultat ist ein großformatiges, verwindungssteifes und zugleich leichtes Composite-Bauteil.

Additive Manufacturing mit Hochleistungskunststoffen

Der Geschäftsbereich Additive Manufacturing stellt großformatige 3D-Drucksysteme vor, die Hochleistungskunststoffe wie PEI, PESU, PPS und PEEK verarbeiten können. Zum Einsatz kommen die Systeme „powerPrint Plus“ und „powerPrint Flex“, die auf industrielle Anwendungen in Luft- und Raumfahrt, Automobilbau, Energietechnik sowie im Modell- und Formenbau ausgerichtet sind. Herzstück beider Anlagen ist der eigenentwickelte Extruder „printCore“. Er ermöglicht Verarbeitungstemperaturen bis 400 Grad Celsius und deckt einen breiten Austragsbereich von wenigen hundert Gramm pro Stunde bis zu 70 Kilogramm pro Stunde ab. Dadurch lassen sich sowohl filigrane Strukturen als auch großvolumige Bauteile prozesssicher realisieren.

„powerPrint Plus“ verfügt über einen geschlossenen, thermisch isolierten Bauraum und ist auf reproduzierbare Qualität bei technischen und hochgefüllten Thermoplasten ausgelegt. „powerPrint Flex“ hingegen bietet eine modulare Architektur und kann um Fräsbearbeitung, zusätzliche Achsen oder Rundtische ergänzt werden. So entstehen hybride Fertigungszellen, die additive und subtraktive Prozesse kombinieren.

Durchgängige Systemlösungen aus einer Hand

Ein zentrales Merkmal des Messeauftritts ist die durchgängige Systemkompetenz. Der Maschinenbauer deckt die gesamte Prozesskette von der Bauteilentwicklung über Anlagen- und Prozessauslegung bis hin zur Serienproduktion ab. Additive Verfahren werden dabei auch für Prototyping und Designvalidierung genutzt, um Entwicklungszeiten zu verkürzen und Geometrien frühzeitig zu verbessern. Sie finden Krauss-Maffei auf der JEC World 2026 in Paris in Halle 6 am Stand D51.

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