Interpack 2026 zeigt Lösungen für sichere, nachhaltige Verpackungen im Industrieeinsatz
Montag, 05. Januar 2026
| Redaktion
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Umreifungsbänder aus Monomaterialien wie PP oder PET können hochwertig recycelt werden
Umreifungsbänder aus Monomaterialien wie PP oder PET können hochwertig recycelt werden. Bild: Mosca

Die Anforderungen an Verpackungen im globalen Warenverkehr steigen: Höhere Nachhaltigkeitsstandards, strengere gesetzliche Vorgaben und der zunehmende digitale Wandel verändern die Erwartungen an Transportverpackungen für Industriegüter. Auf der interpack 2026 vom 07. bis 13. Mai 2026 in Düsseldorf präsentieren Aussteller zukunftsweisende Konzepte und Technologien, mit denen Unternehmen Verpackungen sicherer, effizienter und umweltfreundlicher gestalten können.

Verpackungsverordnung bringt Kreislaufaspekte in den Mittelpunkt

Im Fokus der Messe steht die Umsetzung der europäischen Verpackungsverordnung (PPWR), die nicht nur Endkundenverpackungen, sondern auch Transporthilfsmittel wie Paletten und Behälter stärker reguliert. Zentral sind dabei Vorgaben zur Wiederverwendbarkeit und zur Förderung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft über alle Packstoffe hinweg. Hersteller und Logistiker müssen neue Strategien entwickeln, um Materialeffizienz, Abfallvermeidung und Nachweisführung über Herkunft und Recyclingfähigkeit zu gewährleisten.

Rezyklate im Industrieeinsatz: Paletten aus Recyclingkunststoff

Ein Beispiel für die Umsetzung von Kreislaufgedanken bei Industrieverpackungen sind recycelte Kunststoffpaletten. Der Palettenhersteller Craemer nutzt mit der „E3‑5 Zero Virgin“ Polyethylen aus Altprodukten, um robuste Schwerlastpaletten herzustellen. Diese Lösung zeigt, dass recycelte Kunststoffe im industriellen Einsatz strukturellen Anforderungen genügen und zur Senkung der Lebenszykluskosten beitragen.

Recycling von Umreifungsbändern: Verpackungen im Kreis führen

Auch für flexible Verpackungskomponenten wie Umreifungsbänder entstehen neue Konzepte. Mehrere Unternehmen aus diesem Bereich, darunter Mosca und Teufelberger, setzten sich erfolgreich für eine Ausnahmeregelung von den Wiederverwendungsquoten der PPWR ein. Parallel dazu wurde mit dem Projekt „Loop that!“ eine Initiative gestartet, bei der sortenreine Umreifungsbandreste gesammelt, aufbereitet und dem Kreislauf zugeführt werden. Diese verfolgt das Ziel eines standardisierten Branchenkreislaufs.

Klimafreundliche Verpackungen für Gefahrgut und Industriechemikalien

Auch klassische Industrieverpackungen werden klimafreundlicher. Der Fasshersteller Greif hat seine nachhaltige „EcoBalance“‑Linie um Stahlfässer aus „XCarb“‑Stahl erweitert. Dieses Material enthält einen hohen Anteil recycelter Anteile und zeichnet sich durch eine deutlich geringere CO2‑Bilanz aus. Schütz kombiniert mit dem „Combifass“ die Stabilität von Stahlverpackungen mit der chemischen Beständigkeit von HDPE‑Kunststoff, ein Vorteil insbesondere bei aggressiven oder korrosiven Füllgütern.

Intelligente Verpackungen und Etikettierung für die Logistik

Moderne Logistikprozesse verlangen eindeutige und rückverfolgbare Kennzeichnungslösungen. Gemeinsam mit dem Etikettenhersteller Cab hat Herma eine nachhaltige Lösung ohne Trägermaterial entwickelt: silikonfreie „Logistiketiketten“ sind mit bestehenden Druckspendern kompatibel und reduzieren Abfall im Supply‑Chain‑Prozess.

Für die Anforderungen des Digitalen Produktpasses zeigt REA Elektronik den UV‑Laser „REA Laser CL100“ für schnelle Beschriftungen auf Kunststoffen und Folien sowie den Tintenstrahldrucker „REA Jet HR NX“, der hochwertige Codes auf verschiedenen Verpackungsmaterialien erzeugt.

Großladungsträger und Verpackungsbehälter aus Rezyklat

Nachhaltige Ladehilfsmittel gewinnen an Bedeutung: Cabka bringt mit dem „CabFold Hybrid“ einen faltbaren Großladungsträger auf den Markt, der zu 94 Prozent aus Rezyklat besteht und ein Innenvolumen von 755 Litern bietet. Durch das kompakte Design lassen sich Leertransportvolumina auf weniger als ein Drittel reduzieren.

Mit der „Intrabox“ präsentiert Werit eine neue Serie von Behältern, gefertigt aus 60 Prozent PP‑Neuware und 40 Prozent PP‑Regenerat. Diese Box ist zu 100 Prozent recycelbar, stapelbar bis 50 Kilogramm und bietet modulare Einsatzmöglichkeiten durch optionale Trennwände und ergonomische Öffnungen.

Verpackungen für Flüssigkeiten mit integriertem Rührwerk

Für den Transport und die Zwischenlagerung viskoser Füllgüter wie Farben, Lacke oder Klebstoffe sind Intermediate Bulk Container (IBC) unverzichtbar. Schütz hat daher das integrierte Rührwerk „Impeller“ aus HDPE weiterentwickelt, das viskose Stoffe zuverlässig homogenisiert. Dies ist ein praktisches Zubehör für IBC‑Verpackungen in Produktion und Logistik.

KI‑gestützte Systeme optimieren Verpackungen im Versand

Beim Transport sehr großer oder unregelmäßig geformter Packstücke entscheidet die exakte Ermittlung der Abmessungen über Effizienz und Sicherheit. Krones stellt gemeinsam mit der Telekom MMS ein KI‑basiertes 3D‑Vermessungssystem vor, das auf LiDAR‑Technologie mit mehreren Time‑of‑Flight‑Kameras basiert. Die Lösung erfasst selbst komplexe Packstücke präzise und hilft dabei, Transportkapazitäten optimal zu nutzen und Verpackungskonzepte passgenau zu planen.

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