Die zunehmende Automatisierung, Digitalisierung sowie der Einsatz künstlicher Intelligenz verändern die Kunststoffverarbeitung auch in der Schweiz grundlegend. Auf der Swiss Plastics Expo 2026 in Luzern zeigt Engel, wie sich durch digitale Technologien nicht nur Effizienzgewinne erzielen, sondern auch strukturelle Herausforderungen wie der Fachkräftemangel adressieren lassen.
„inject AI" bringt Digitalisierung in der Kunststoffverarbeitung voran
Ein zentrales Thema auf dem Engel-Messestand ist die Weiterentwicklung der Digitalisierungsstrategie von „inject 4.0“ zu „inject AI“. Das neue Framework überträgt bestehende Assistenzsysteme in ein autonom agierendes Gesamtsystem. Ziel ist es, anwendungstechnisches Expertenwissen direkt in die Maschinensteuerung zu integrieren. Dadurch können Prozesse auch ohne tiefergehendes Fachwissen bedienbar und reproduzierbar gestaltet werden.
Insbesondere in einem Hochlohnland wie der Schweiz spielt die Entlastung von Schlüsselpersonal eine wichtige Rolle. Die intelligenten Assistenzfunktionen ermöglichen es, Produktionsprozesse zu stabilisieren, Fehler frühzeitig zu erkennen und manuelle Eingriffe zu reduzieren. Damit leistet die Digitalisierung einen direkten Beitrag zur Kostensenkung in der Produktion.
Prozesssicherheit durch Digitalisierung und KI
Die Integration von Echtzeitanalyse-Tools wie dem „iQ process observer“ erlaubt es, über 1.000 Maschinenparameter kontinuierlich zu überwachen. Das System erkennt kleinste Abweichungen und liefert präzise Handlungsempfehlungen. Ergänzt wird dieses digitale Portfolio durch den „ENGEL Virtual Assistant“ (EVA) sowie einen KI-gestützten „part finder“, der Ersatzteile automatisiert identifiziert.
Autonome Spritzgießzelle für präzise Serienfertigung
Als Messe-Highlight gilt die autonome Fertigungszelle auf Basis der vollelektrischen „e-mac 80“-Spritzgießmaschine. Diese steuert sich vollständig selbst und richtet sich ausschließlich nach den definierten Qualitätszielen des Bauteils. Der Bediener muss keine Prozessparameter mehr eingeben, sondern nur das gewünschte Ergebnis spezifizieren. Die Maschine übernimmt die Regelung eigenständig.
Digitalisierung ermöglicht Nachhaltigkeit in der Kunststoffverarbeitung
Auch bei der Verarbeitung von Rezyklaten zeigt die autonome Zelle ihre Stärken. Systeme wie „iQ weight control plus“ sorgen für gleichbleibende Qualität trotz schwankender Materialeigenschaften. Dadurch wird die Digitalisierung zum Enabler für eine nachhaltige Produktion, ein Ziel, das in vielen Schweizer Unternehmen mittlerweile fest verankert ist.
Engel adressiert mit „inject AI“ nicht nur technologische Trends, sondern auch konkrete betriebliche Herausforderungen im Schweizer Markt. Die vorgestellten Lösungen zielen darauf ab, die Abhängigkeit von Fachpersonal zu reduzieren, Produktionskosten zu kontrollieren und das Qualitätsniveau trotz steigender Anforderungen zu sichern. Sie finden Engel auf der Swiss Plasics Expo in Luzern in Halle 1 am Stand A 1001.