Jiangxi Cable fertigt in seiner Kabelproduktion mehr als 100 unterschiedliche Hoch-, Mittel- und Niederspannungskabel. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Höchstspannungsnetzen begann das Unternehmen 2023 mit dem Ausbau seiner Fertigungskapazitäten für 500-Kilovolt-Kabel. Bestandteil des Projekts sind zwei neue vertikale Vulkanisationslinien (VCV). Gerade bei Höchstspannungskabeln stellen die gleichmäßige Wandstärke der einzelnen Schichten und eine geringe Isolationsexzentrizität wesentliche Qualitätsparameter dar. Für deren kontinuierliche Kontrolle setzt der Hersteller auf Messsysteme von Sikora.
Zwei Messpositionen überwachen die Kabelproduktion
Jede der beiden VCV-Linien wurde mit jeweils zwei Messsystemen ausgestattet. Das „X-Ray 8000 Advanced“ befindet sich an der Heißposition der Produktionslinie und erfasst Wandstärke, Exzentrizität und Durchmesser unmittelbar während des Fertigungsprozesses. Die Messwerte werden kontinuierlich aufgezeichnet und den Anlagenbedienern zur Verfügung gestellt. Abweichungen lassen sich dadurch bereits während des Anfahrens erkennen und die Prozessparameter entsprechend anpassen.
Am kalten Ende der Linie übernimmt das „X-Ray 8700 NXT“ eine weitere Kontrolle. Nach dem Abkühlen des Kabels misst das System die Exzentrizität sowie die Wandstärken von innerer Abschirmung, Isolierung und äußerer Abschirmung. Auf diese Weise erhält Jiangxi Cable Messdaten aus zwei unterschiedlichen Prozessstadien und kann Veränderungen zwischen heißem und abgekühltem Kabel beurteilen.
Messdaten reduzieren Materialbedarf beim Produktionsanlauf
Ein wesentlicher wirtschaftlicher Faktor ist der Materialverbrauch während der Einrichtung einer Produktionslinie. Präzise Messwerte ermöglichen es, die Exzentrizität bereits kurz nach dem Produktionsstart gezielt einzustellen. Dadurch soll weniger Ausschuss entstehen, bevor die vorgegebenen Qualitätsparameter erreicht sind. „Sobald die Produktion läuft, werden nur zehn bis 30 Meter Kabel benötigt, um die Exzentrizität auf unter vier Prozent einzustellen. Ohne diese präzise Messung und Regelung wäre möglicherweise mehr als das Zehnfache an Material erforderlich, um die gleichen Qualitätsstandards zu erreichen“, sagt Liu, Chefingenieur bei Jiangxi Cable. Das Unternehmen setzt bereits seit mehreren Jahren Messsysteme von Sikora in seinen CCV- und VCV-Produktionslinien ein.
Kabelproduktion erhält kontinuierliche Qualitätsdaten
Neben der Anlaufphase spielt die Messtechnik auch während des laufenden Betriebs eine Rolle. Durch die kontinuierliche Erfassung der Schichtgeometrien können Abweichungen frühzeitig erkannt werden. Die Messung am Ende der Linie ergänzt dabei die Prozessdaten aus der Heißposition und ermöglicht eine Kontrolle des abgekühlten Kabels. Damit reduziert sich zugleich die Abhängigkeit von manuellen Prüfverfahren, bei denen Kabelabschnitte aufgeschnitten und anschließend begutachtet werden. Die kontinuierlich verfügbaren Daten schaffen stattdessen eine Grundlage, um Prozessabweichungen zeitnah zu bewerten und erforderliche Korrekturen vorzunehmen.
Messtechnik unterstützt effizientere Kabelproduktion
Für die Herstellung von 500-Kilovolt-Höchstspannungskabeln verbindet Jiangxi Cable damit Messungen an unterschiedlichen Stellen des Fertigungsprozesses. Während die erste Messposition schnelle Eingriffe in die laufende Produktion ermöglicht, dient die zweite Position der Kontrolle der relevanten Schichten nach dem Abkühlen. Die Mess- und Regeltechnik von Sikora unterstützt den Kabelhersteller so dabei, Wandstärken und Exzentrizität kontinuierlich zu überwachen, den Materialbedarf beim Produktionsanlauf zu begrenzen und Qualitätsabweichungen frühzeitig zu erkennen. Der Anwendungsfall zeigt damit, wie eine durchgängige Prozessmesstechnik zu einer stabileren und ressourceneffizienteren Kabelproduktion beitragen kann.