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Fraunhofer Umsicht nimmt Zukunft der Kreislaufwirtschaft für recycelbare Verpackungen unter die Lupe
Mittwoch, 12. Februar 2025
| Redaktion
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Kreislaufwirtschaft: Abstimmungsprozess während des Planspiels zum Thema nachhaltige Verpackungswirtschaft
Abstimmungsprozess während des Planspiels zum Thema nachhaltige Verpackungswirtschaft, Bild: Forum Rezyklat/Atelier Ralf Bauer

Fraunhofer Umsicht hat im Auftrag des Forum Rezyklat ein Planspiel zur Kreislaufwirtschaft entwickelt. Mit diesem sollen gemeinsam mit Unternehmen praxisnahe Lösungen für geschlossene Verpackungskreisläufe identifiziert werden, für die es bisher keine zirkulären Stoffströme gibt. Die Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft im Verpackungsbereich erfordert eine enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die im Forum Rezyklat zusammengeschlossenen Akteure für einen nachhaltigen Verpackungskreislauf haben es sich zur Aufgabe gemacht, gemeinsam praxistaugliche Lösungen für geschlossene Verpackungskreisläufe zu erarbeiten und allen Beteiligten zugänglich zu machen. Etablierte Kreisläufe am Markt gibt es bereits für die Stoffströme Papier, Pappe, Karton (PPK), Glas und den Kunststoff PET. Fraunhofer Umsicht wurde daher vom Forum Rezyklat beauftragt, gemeinsam mit den Mitgliedsunternehmen aktuelle Herausforderungen für die Weiterentwicklung des Verpackungskreislaufs sowie konkrete Handlungsmöglichkeiten zu identifizieren. Im Rahmen eines Planspiels hat das Forum Rezyklat Stoffströme in den Fokus gerückt, für die es noch keine funktionierende Kreislaufwirtschaft gibt.

Mitgliederbefragung und Backcasting: Kreislaufwirtschaft 2035

Bei der Durchführung setzte Fraunhofer Umsicht auf Methoden, die den Austausch zwischen den Akteuren fördern, kreative Lösungsansätze ermöglichen und die Entscheidungsfindung erleichtern. Zunächst wurden alle Mitgliedsunternehmen des Forums über eine Vorabbefragung in den Planspielprozess eingebunden. Die repräsentative Befragung umfasste 19 qualitative und quantitative Fragen. Aus den gut 70 Mitgliedsunternehmen des Forum Rezyklat nahmen 50 Vertreter teil. Das Steuerungsteam des Forums hatte anschließend die Aufgabe, Handlungsfelder zu priorisieren und relevante weiße Flecken zu identifizieren, die für die Schließung von Kreisläufen im Zukunftsszenario notwendig sind. Dazu führte Fraunhofer Umsicht mit dem Team das Planspiel als dreistündigen Präsenzworkshop durch. 

Methodischer Kern war die Backcasting-Methode, inhaltliche Basis die zuvor durchgeführte Mitgliederbefragung, ergänzt um Ergebnisse aus dem Strategieprozess des Forums. Die Daten sollten so aufbereitet und in das Spiel integriert werden, dass sie von den Teilnehmern übersichtlich und schnell erfasst werden konnten, um eine effiziente, transparente und partizipative Arbeitsweise sicherzustellen. „Kreativität und substanziell fachliches Arbeiten: Um zukunftsfähige White Spots entwickeln zu können, haben wir in unserer wissenschaftlichen Prozessbegleitung beides miteinander verbunden. Das Vertrauen seitens des Lenkungsteams in unsere Arbeit war ein weiterer wichtiger Gelingensfaktor, der zum Erfolg des Workshopnachmittags beigetragen hat", sagt Sabrina Schreiner, Projektleitung seitens Fraunhofer Umsicht.  

PPWR als Grundlage

Zu Beginn einigte sich das Lenkungsteam in einer offenen Diskussion auf das Jahr 2035 als kritisches Jahr für die Zielerreichung. Als Grundlage hierfür diente die „Packaging and Packaging Waste Regulation" der EU, kurz PPWR, und die darin vorgesehenen Zielzeiträume. Aus der Analyse, die mit der Befragung vorbereitet und während des Planspiels durchgeführt wurde, ergab sich in erster Linie die Priorisierung des Stoffstroms Polypropylen-Flex-Materialien, kurz PP-flex. Dieses Material wird als besonders relevant für die Schließung von Kreisläufen angesehen. Die weiteren Aktivitäten zielen nun darauf ab, die notwendigen Parameter zur Schließung des Recyclingkreislaufes für PP-flex zu erarbeiten.

Herausforderungen und Lösungen für nachhaltige Verpackungen

Das Forum sieht in einer Reihe von Maßnahmen wesentliche Ansätze zur Verbesserung der Kreislaufführung von PP-flex. Dazu gehören die Entwicklung ökonomischer Anreizsysteme, eine stärkere Fokussierung auf recyclinggerechtes Design sowie die Förderung von Monomaterialien. Gleichzeitig sollen bestehende Forschungslücken, beispielsweise im Bereich der Trennbarkeit von Druckfarben, geschlossen werden. Auch eine engere Zusammenarbeit mit externen Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft wird als erfolgsentscheidend angesehen.

Herausforderungen auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft bis 2035

Im Rahmen des Planspiels identifizierten die beteiligten Experten auch mehrere Herausforderungen, die bis 2035 gelöst werden müssen, um die angestrebte Kreislaufwirtschaft zu erreichen. Im technologischen Bereich ist insbesondere eine weitere Verbesserung der Sortier- und Recyclingprozesse notwendig, um hochwertige PP-flex Rezyklate zu erzeugen. Marktseitig ist festzustellen, dass ein verändertes Verbraucherbewusstsein und die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Nachfrage nach Rezyklaten begrenzen, während das Angebot steigt. Außerdem wird erwartet, dass Rezyklate mittelfristig teurer bleiben als Neuware.

Ergebnisse des Planspiels zur Erreichung der Kreislaufwirtschaft

„Die Ergebnisse dieses Planspiels bieten eine wichtige Grundlage für die zukünftige Arbeit des Forums und tragen dazu bei, innovative Ansätze für eine nachhaltige Verpackungswirtschaft zu entwickeln", erklärt Sebastian Bayer, Sprecher des Lenkungsteams der Initiative und Geschäftsführer bei Dm-Drogerie Markt. Das Ergebnisdokument kann hier heruntergeladen werden.

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