Verpackungen erfüllen im Alltag zahlreiche Aufgaben. Sie schützen Produkte, sichern Hygiene, verlängern Haltbarkeit und unterstützen die Kreislaufwirtschaft. Eine repräsentative Umfrage zum Tag der Verpackung 2026 zeigt, wie Verbraucher Verpackungen bewerten, welche Erwartungen sie an deren Funktion und Nachhaltigkeit haben und in welchen Bereichen weiterhin Informationsbedarf besteht. Die Ergebnisse verdeutlichen: Verpackungen werden mehrheitlich positiv bewertet. Gleichzeitig bestehen deutliche Wissenslücken bei Themen wie Recycling, Materialeinsparung und Ressourcenschutz.
Seit 2015 richtet das Deutsche Verpackungsinstitut jedes Jahr Mitte Juni den Tag der Verpackung aus. Ziel ist es, über Verpackungen und die Menschen hinter ihrer Entwicklung und Herstellung zu informieren. Für den diesjährigen Aktionstag hat das Institut gemeinsam mit elf Fachverbänden eine repräsentative Verbraucherbefragung durchgeführt. Ergänzt wurde die Initiative durch eine Videokampagne mit Studierenden, Auszubildenden und Absolventen verpackungsnaher Studiengänge und Ausbildungsberufe.
Welche Erwartungen Verbraucher an Verpackungen haben
Verpackungen müssen aus Sicht der Verbraucher eine Vielzahl unterschiedlicher Anforderungen erfüllen. Bei den funktionalen Eigenschaften stehen die Sicherstellung von Hygiene mit 37,6 Prozent, das einfache Öffnen, Verwenden und Wiederverschließen mit 33,1 Prozent, der Schutz des Produkts vor Schäden mit 32,6 Prozent sowie die Verlängerung der Haltbarkeit mit 32,1 Prozent besonders hoch im Kurs.
Über alle abgefragten Eigenschaften hinweg spielt das Thema Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Die Recyclingfähigkeit belegt mit 48 Prozent den ersten Platz der wichtigsten Erwartungen an Verpackungen. Es folgen der sparsame Einsatz von Verpackungsmaterial mit 40,3 Prozent, geringe Umweltauswirkungen mit 36,1 Prozent sowie die Mehrwegfähigkeit mit 33,3 Prozent. „Es zeigt sich, dass Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft für die Deutschen weiterhin eine sehr große Rolle spielen“, erläutert Dr. Natalie Brandenburg, Geschäftsführerin des Deutschen Verpackungsinstituts. „Wenn vier der Top-5-Erwartungen an eine Verpackung aus dem Bereich Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft kommen, dann ist das ein klares Statement.“
Verpackungen erhalten überwiegend gute Bewertungen
Auch bei der Bewertung der tatsächlichen Leistung schneiden Verpackungen insgesamt positiv ab. Besonders gut beurteilen die Befragten die Sicherstellung von Hygiene. Hier vergeben 81,7 Prozent die Noten gut oder sehr gut. Der Produktschutz folgt mit 78,1 Prozent, die Verlängerung der Haltbarkeit mit 70,3 Prozent. Darüber hinaus fühlen sich knapp 70 Prozent der Verbraucher durch Verpackungen ausreichend informiert oder bei der Orientierung im Handel unterstützt.
Verbesserungspotenzial sehen die Befragten dagegen beim einfachen Öffnen, Verwenden und Wiederverschließen. Lediglich 52,5 Prozent bewerten diesen Aspekt mit gut oder sehr gut. Auch beim sparsamen Einsatz von Verpackungsmaterial fällt das Urteil zurückhaltender aus. Nur 35,6 Prozent vergeben hier eine positive Bewertung. Nach Ansicht der Verbände steht dies teilweise im Widerspruch zur tatsächlichen Entwicklung. In vielen Bereichen konnten Materialeinsatz und Ressourcenverbrauch in den vergangenen Jahren deutlich reduziert werden.
Kreislaufwirtschaft bei Verpackungen wird häufig unterschätzt
Ein weiteres Ergebnis der Umfrage betrifft die Wahrnehmung von Recycling und Kreislaufwirtschaft. Die Mehrheit der Befragten unterschätzt die tatsächlichen Recyclingquoten von Verpackungen deutlich. Nur 31,2 Prozent wissen, dass Glasverpackungen zu mehr als 80 Prozent recycelt werden. Bei Papier, Pappe und Karton liegt der Anteil ebenfalls bei 31,2 Prozent. Auch bei Metallverpackungen schätzen viele Verbraucher die tatsächlichen Recyclingquoten deutlich niedriger ein als sie tatsächlich sind.
Bei Kunststoffverpackungen gehen 67,5 Prozent der Befragten von einer Recyclingquote unter 60 Prozent aus. Tatsächlich lag sie im Jahr 2024 bei 70,8 Prozent. Ähnliche Fehleinschätzungen zeigen sich bei Verbundverpackungen. Für die Verbände verdeutlichen die Ergebnisse, dass die Leistungen der Kreislaufwirtschaft und die Bedeutung einer konsequenten Getrenntsammlung vielen Verbrauchern nicht ausreichend bekannt sind.
Reduzierter Materialeinsatz bleibt weitgehend unbekannt
Auch beim Thema Materialeffizienz klafft eine deutliche Lücke zwischen Wahrnehmung und Realität. Nur 18,2 Prozent der Befragten wissen, dass heute im Durchschnitt weniger Verpackungsmaterial pro Produkt benötigt wird als noch vor einigen Jahrzehnten. Nach Angaben der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung konnten zwischen 1991 und 2020 erhebliche Materialeinsparungen erzielt werden. Bei Kunststoffverpackungen lag die Reduzierung bei 76,9 Prozent, bei Aluminium bei 38,5 Prozent. Auch Verpackungen aus Papier, Pappe, Karton und Glas benötigen heute weniger Material als früher. Die Verpackungsbranche verweist darauf, dass kontinuierliche Innovationen dazu beitragen, Material-, Energie- und Ressourcenverbrauch weiter zu reduzieren.
Produktschutz mit geringem Ressourceneinsatz
Eine zentrale Funktion von Verpackungen besteht im Schutz des verpackten Produkts. Dennoch wird der ökologische Beitrag dieser Schutzfunktion häufig unterschätzt. Lediglich 19,5 Prozent der Befragten wissen, dass Verpackungen im Durchschnitt einen deutlich kleineren ökologischen Fußabdruck aufweisen als die Produkte, die sie schützen. Mehr als zwei Drittel schätzen das Verhältnis falsch ein. Nach Angaben des Deutschen Verpackungsinstituts entfallen bei verpackten Lebensmitteln durchschnittlich lediglich drei bis dreieinhalb Prozent der Klimawirkungen auf die Verpackung. Der deutlich größere ökologische Schaden entsteht, wenn Lebensmittel verderben oder Produkte beschädigt werden.
Warum junge Menschen Verpackungen mitgestalten wollen
Neben der Verbraucherumfrage stand beim Tag der Verpackung auch der Nachwuchs im Mittelpunkt. Gemeinsam mit elf Hochschulen aus Deutschland und Österreich wurde eine Videokampagne umgesetzt, in der Studierende, Auszubildende und Absolventen erklären, warum sie sich für einen Beruf rund um Verpackungen entschieden haben. Die Beteiligten sehen Verpackungen als wichtigen Bestandteil funktionierender Lieferketten, nachhaltiger Produktversorgung und moderner Kreislaufwirtschaft. Viele möchten dazu beitragen, Verpackungen weiterzuentwickeln und bestehende Lösungen nachhaltiger zu gestalten. Für die Branche ist dies ein wichtiges Signal. Denn Verpackungen bleiben ein zentraler Baustein für Produktschutz, Logistik, Ressourcenschonung und Versorgungssicherheit.
Verpackungen bleiben unverzichtbarer Bestandteil der Kreislaufwirtschaft
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass Verbraucher hohe Erwartungen an Verpackungen stellen und deren Leistungen mehrheitlich positiv bewerten. Gleichzeitig offenbaren die Daten erhebliche Wissenslücken bei Themen wie Recycling, Materialeffizienz und Ressourcenschutz. Für die Verpackungsbranche ergibt sich daraus die Aufgabe, Innovationen weiter voranzutreiben und die erreichten Fortschritte stärker sichtbar zu machen. Insbesondere bei Kreislaufwirtschaft, Recyclingfähigkeit und Materialeinsparung besteht weiterhin ein hoher Informationsbedarf.