Die Engel Gruppe hat das Geschäftsjahr 2025/26 mit einem Umsatz von 1,4 Milliarden Euro abgeschlossen und liegt damit rund sechs Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Unternehmen sieht sich trotz eines weiterhin anspruchsvollen Marktumfelds auf Kurs im laufenden Strukturwandel und setzt auf den Ausbau seiner globalen Präsenz sowie technologisch anspruchsvolle Anwendungen. Besonders die USA entwickelten sich zuletzt zu einem wichtigen Wachstumsmarkt für Engel. Dort konnte der Spritzgießmaschinenhersteller mehrere größere Kundenprojekte gewinnen.
Engel stärkt globale Wettbewerbsfähigkeit
Das vergangene Geschäftsjahr war laut Engel von strukturellen Veränderungen in der Industrie, regional unterschiedlichen Investitionsentwicklungen und anhaltendem Kostendruck geprägt. Während sich Europa weiterhin verhalten entwickelte, zog die Investitionstätigkeit in den USA zuletzt wieder an. Asien blieb insgesamt stabil und setzte insbesondere in Südostasien und Indien wichtige Wachstumsimpulse.
Positiv entwickelte sich vor allem der Bereich „Technischer Spritzguss“. Wachstum kam unter anderem aus Anwendungen für Logistik und Aerospace. Auch der Medical-Bereich blieb auf hohem Niveau. Der Verpackungssektor entwickelte sich dagegen zurückhaltend. Stefan Engleder, CEO der Engel Gruppe, erklärt: „Die Herausforderungen bleiben in einer global sehr volatilen Welt bestehen. Wir halten konsequent daran fest, unseren globalen Footprint und unsere leistungsfähige Sales- und Serviceorganisation weiter zu stärken, um Kunden weltweit gezielt zu unterstützen und Mehrwert für ihren Erfolg zu schaffen.“
Produktionsnetzwerk in Asien ausgebaut
Ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie bleibt das internationale Produktionsnetzwerk. Neben den österreichischen Standorten spielen insbesondere die Werke in Asien eine zentrale Rolle. Im chinesischen Werk Changzhou wurden im Geschäftsjahr 2025/26 mehr als 1000 Spritzgießmaschinen produziert. Weitere rund 700 Maschinen entfielen auf die Werke in Shanghai und Korea. Durch den starken Produktionsfootprint in Asien baut Engel seine Zweimarkenstrategie weiter aus.
Während Engel weiterhin auf maßgeschneiderte Lösungen für anspruchsvolle Anwendungen setzt, adressiert die Zweitmarke „Wintec“ standardisierte Anwendungen mit Fokus auf Wirtschaftlichkeit und schnelle Verfügbarkeit. Das Angebot umfasst neben Spritzgießmaschinen zunehmend auch Automatisierungs- und Digitalisierungslösungen. Mit dieser Strategie reagiert das Unternehmen auf unterschiedliche Anforderungen internationaler Märkte und Kundenbranchen.
Engel fordert langfristige Industriepolitik in Europa
Neben der internen Transformation betrachtet das Unternehmen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Europa als entscheidenden Faktor für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit. Stefan Engleder betont: „Europa braucht wieder eine stabile und langfristig orientierte Industriepolitik. Dazu gehören faire Wettbewerbsbedingungen, damit industrielle Investitionen planbar bleiben.“ Aus Sicht des Unternehmens seien verlässliche Rahmenbedingungen notwendig, um industrielle Investitionen und Produktionsstandorte langfristig abzusichern.
Technologische Anwendungen bleiben Wachstumstreiber bei Engel
Der Maschinenbauer sieht insbesondere in technologisch anspruchsvollen Anwendungen weiteres Wachstumspotenzial. Dazu zählen unter anderem Lösungen für Medical, Aerospace sowie industrielle Spezialanwendungen im technischen Spritzguss. Mit der laufenden Transformation und dem Ausbau internationaler Produktions- und Vertriebsstrukturen will sich das Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig aufstellen.