Auswirkungen auf industrielle Mehrwegsysteme
Pro-K beleuchtet PPWR zwischen Regulierung und Praxis auf der Logimat 2026
Freitag, 27. März 2026
| Redaktion
Share on:
v.l.n.r.: Diskussionsteilnehmer des Expert Forums zur PPWR: Kate O’Brien, Dirk Bansemer, Britta Wyss Bisang, Dr. Ines Oehme
v.l.n.r.: Diskussionsteilnehmer des Expert Forums zur PPWR: Kate O’Brien, Dirk Bansemer, Britta Wyss Bisang, Dr. Ines Oehme, Bild: Pro-K

Die PPWR steht im Zentrum aktueller Diskussionen zur europäischen Verpackungsregulierung. Auf der Logimat 2026 wurde deutlich, dass die Verordnung weitreichende Auswirkungen auf industrielle Mehrwegsysteme hat. Während die Ziele breite Zustimmung finden, besteht bei der praktischen Umsetzung weiterhin Klärungsbedarf. Im Expert Forum des Pro-K Industrieverbandes diskutierten Vertreter aus Behörden, Industrie und Interessenvertretungen die Auswirkungen der PPWR. Dr. Ines Oehme, Fachgebietsleiterin Kunststoffe und Verpackungen beim Umweltbundesamt, betont, dass die Verordnung erstmals Anforderungen entlang des gesamten Lebenszyklus von Verpackungen festlegt, von Abfallvermeidung über Wiederverwendung bis zu Recyclingfähigkeit und Rezyklatanteilen. Ziel ist eine konsequente Ausrichtung an der Abfallhierarchie und die Stärkung der Kreislaufwirtschaft.

Herausforderungen bei Umsetzung der PPWR bleiben bestehen

Trotz Fortschritten bleiben Unsicherheiten bestehen. Deutschland konnte den Verpackungsabfall pro Kopf bis 2023 im Vergleich zu 2018 um 5,4 Prozent senken und damit das Ziel für 2030 erreichen. Ob die Reduktionsziele für 2040 von 15 Prozent erreichbar sind, ist jedoch offen. Gleichzeitig entstehen Engpässe bei Rezyklaten, da die Nachfrage schneller wächst als das Angebot.

Mehrwegsysteme im Spannungsfeld zwischen Anspruch und Praxis

In der Diskussion wurde deutlich, dass Mehrwegsysteme eine zentrale Rolle spielen, ihre Wirksamkeit jedoch stark von der konkreten Ausgestaltung der Regulierung abhängt. „Die PPWR setzt klare Leitplanken für mehr Ressourceneffizienz entlang des gesamten Verpackungslebenszyklus. Dafür braucht es praxistaugliche Regelungen und ein regulatorisches Umfeld, das Innovation und Investitionen in zirkuläre Lösungen fördert“, so Dr. Ines Oehme. Kate O’Brien, Vertreterin des Secretariats des Roundtable for Reusable Containers, Trays and Pallets, verwies auf die Effizienz von Mehrwegverpackungen mit zahlreichen Umläufen, betonte jedoch bestehende Unsicherheiten, etwa bei der Definition der Wiederverwendbarkeit.

PPWR als Treiber für skalierbare Mehrweglösungen

Praxisbeispiele zeigen das Potenzial. Dirk Bansemer stellte mit den Euro Plant Trays ein Pool-System vor, das Einweg-Pflanzentrays ersetzt. Angesichts von rund 150 Millionen entsorgten Einweg-Trays jährlich allein in Deutschland wird die Relevanz solcher Lösungen deutlich. Das Expert Forum auf der Logimat 2026 verdeutlichte die Bedeutung des Dialogs zwischen Industrie, Politik und Behörden. Entscheidend bleibt, regulatorische Ziele und industrielle Anforderungen so zu verbinden, dass wirtschaftlich tragfähige und nachhaltige Lösungen entstehen.

Auch interessant für Sie

Mehrwegbehälter aus Kunststoff
Jan Bauer ist seit 2006 bei Rigk und wurde nun zum Mitglieder der Geschäftsführer ernannt
Der Branchenumsatz ging zwar um gut 12 Prozent auf 69,4 Milliarden Euro nach oben, die Ergebnisse der Unternehmen stehen aber unter starkem Druck
Close-the-Loop-System für Transportfolie: benutzte Stretchfolie sortenrein sammeln, kompaktieren, regranulieren und zu neuer Stretchfolie mit einem Rezyklatanteil von bis zu 60 Prozent wieder verarbeiten
KPA 2024
Hydro-PRS-Anlage von Mura Technology