Kunststoffrecycling, Flammschutzmittel, Kreislaufwirtschaft
Halogenfreie Kunststoffe im Fokus: Verbundprojekt zur Kreislaufwirtschaft
Donnerstag, 19. März 2026
| Redaktion
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Halogenfreie Kunststoffe: Das Projekt „hffr-Up2Cycle“ will Unternehmen dabei zu unterstützen, sich auf zukünftige Produkt- und Rezyklat-Quoten vorzubereiten und eigene Materialkreisläufe zu etablieren
Das Projekt „hffr-Up2Cycle“ will Unternehmen dabei zu unterstützen, sich auf zukünftige Produkt- und Rezyklat-Quoten vorzubereiten und eigene Materialkreisläufe zu etablieren, Bild: Fraunhofer LBF, Ursula Raapke

Die Kreislauffähigkeit von flammgeschützten Materialien rückt zunehmend in den Mittelpunkt industrieller Entwicklungen. Insbesondere halogenfreie Kunststoffe gelten als wichtiger Baustein für nachhaltige Materialkreisläufe. Ein neues Verbundprojekt unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF soll nun dazu beitragen, bestehende Wissenslücken zu schließen und praxistaugliche Lösungen für das Recycling zu entwickeln. Das Projekt „Geschlossene Kreisläufe flammgeschützter Kunststoffe“ richtet sich an Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dazu zählen Rohstoffhersteller, Anbieter von Flammschutzmitteln, Verarbeiter, Recycler sowie Anwenderindustrien. Ziel ist es, technische, regulatorische und wirtschaftliche Anforderungen stärker miteinander zu verknüpfen.

Halogenfreie Kunststoffe als Schlüssel für geschlossene Materialkreisläufe

Bereits mehr als ein Jahrzehnt gemeinsamer Forschungsarbeit zwischen Fraunhofer LBF und der Plattform Pinfa zeigt, dass sich halogenfreie Kunststoffe auch in anspruchsvollen Anwendungen im Kreislauf führen lassen. Die Ergebnisse belegen, dass moderne Flammschutzsysteme ihre Funktion auch nach mehreren Recyclingzyklen beibehalten können. Untersuchungen zeigen, dass neun von zehn analysierten Formulierungen selbst nach fünf Recyclingdurchläufen eine ausreichende Flammschutzwirkung aufweisen. Diese Stabilität eröffnet neue Möglichkeiten für den Einsatz von Rezyklaten in technisch anspruchsvollen Anwendungen.

Rezyklate für hochwertige Anwendungen nutzbar

Neben der grundsätzlichen Recyclingfähigkeit rückt auch die Qualität der wiederaufbereiteten Materialien in den Fokus. Für den Einsatz in hochwertigen Anwendungen müssen Rezyklate gezielt charakterisiert und gegebenenfalls mit geeigneten Additiven angepasst werden. Hierbei spielen Re-Additivierungskonzepte eine zentrale Rolle. Sie ermöglichen es, die Leistungsfähigkeit der Flammschutzsysteme sowie die thermische Langzeitstabilität der Materialien zu erhalten. Damit wird auch ein Upcycling von Rezyklaten in höherwertige Anwendungen möglich.

Forschung über halogenfreie Kunststoffe verbindet Analyse, Verarbeitung und Anwendung

Das Fraunhofer LBF stellt im Rahmen des Projekts eine umfassende Forschungsplattform bereit. Diese reicht von der Materialanalyse über die Formulierung bis hin zu Verarbeitung, Prüfung und Langzeituntersuchungen. Durch diese ganzheitliche Betrachtung sollen Unternehmen in die Lage versetzt werden, halogenfreie Kunststoffe gezielt in geschlossenen Kreisläufen einzusetzen. Gleichzeitig unterstützt das Projekt dabei, zukünftige regulatorische Anforderungen und steigende Rezyklatquoten zu erfüllen.

Marktumfeld erschwert Nutzung von Recyclingpotenzialen

Trotz steigender politischer Anforderungen an Recycling und Kreislaufwirtschaft bleibt die Marktsituation angespannt. In Europa sind zuletzt erstmals rückläufige Recyclingkapazitäten zu beobachten, während gleichzeitig die Nachfrage nach Rezyklaten steigt. Ein wesentlicher Grund liegt in fehlenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Hochwertige Kunststoffströme aus Bereichen wie Elektro- und Elektronikindustrie, Automobilbau oder technischen Anwendungen werden bislang nicht in ausreichendem Maße sortenrein erfasst und wiederverwertet.

Kooperation als Voraussetzung für skalierbare Lösungen für halogenfreie Kunststoffe

Um das Potenzial von halogenfreien Kunststoffen vollständig zu nutzen, sind koordinierte Ansätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette erforderlich. Nur durch die enge Zusammenarbeit von Industrie, Forschung und Recyclingwirtschaft lassen sich technische Lösungen in marktfähige Anwendungen überführen. Das neue Verbundprojekt setzt genau an dieser Schnittstelle an. Es soll Unternehmen dabei unterstützen, eigene Closed-Loop-Strategien zu entwickeln und nachhaltige Materialkreisläufe langfristig zu etablieren.

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