Italienischer Compoundeur Lati rüstet Pilotanlage auf
Mittwoch, 02. Oktober 2019
| Redaktion
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Das Projektteam der Pilotanlage
Das Projektteam der Pilotanlage (v.l.n.r.): Andrea Lugli (Director Operations, Lati), Emanuele Falavena (Coperion), Dr. Michela Conterno (CEO, Lati), Herr Lorenzo Lambertini (Engineering, Lati) und Herr Massimiliano Baroffio (Electrical Maintenance, Lati), Bild: Coperion, Stuttgart

Lati Industria Termoplastici, ein italienischer Compoundeur in Familienbesitz, hat Coperion mit dem Pre-Engineering und Engineering einer hochmodernen Linie zur Schüttguthandhabung beauftragt, die sich in einer Pilotanlage am Produktionsstandort in Torba (Varese), Italien, befindet. Der Schwerpunkt dieses Projekts liegt auf der Entwicklung einer maßgeschneiderten Lösung für die halbautomatisierte und automatisierte Schüttgutaufbereitung vom Eingang der Rohmaterialien bis zum Extruder. Eine wesentliche Herausforderung besteht in der breiten Variantenvielfalt der verschiedenen Rohmaterialien mit unterschiedlichsten Eigenschaften, was eine hohe Flexibilität der Anlagenauslegung erfordert. Kurze Umrüstzeiten sind erforderlich, um die Gesamteffizienz der Pilotanlage zu steigern. Außerdem müssen Prozesse wie das Waschen, Reinigen und schnelle Ausbauen der Bauteile, berücksichtigt und in technischer Hinsicht optimiert werden, um kurze Umrüstzeiten zu erreichen. Schnellreinigungslösungen sind daher erforderlich, um die Prozesse zu verbessern und zu verkürzen. Diese Pilotanlage stellt einen wichtigen Schritt für die Fabrik der Zukunft von Lati dar, was die Automatisierung und Digitalisierung des gesamten Produktionsprozesses einschließt.

Gemeinsam mit den Fachexperten von Lati entwickelte Coperion ein Gesamtkonzept für die Schüttguthandhabung. Dieses Konzept beinhaltet Innovationen wie die neue vielseitige und multitaskingfähige Big Bag Entleer-Station BES-6 für frei fließende und anhaftende Materialien mit einem einfachen Reinigungskonzept, einem modularen Aufbau für eine flexible Konfiguration und einer flexiblen Schnittstelle. Außerdem umfasst der Projektumfang Stationen für das Entleeren und Wiegen von Schüttgutsäcken sowie Vakuumförderungen, die durch ein Sauggerät mit Luftmengenregelung gesteuert werden, sowie das automatisierte Handling von Rohmaterialbehältern mit Wiegesystemen. Die Ausrüstung für die Schüttgutaufbereitung ist für die einfache Anbindung an die vorhandenen Coperion K-Tron Dosiervorrichtungen der Pilotanlage ausgelegt. Der Datenaustausch für Rohmaterialverbrauch und -management in Echtzeit erfüllt die Standards von Industrie 4.0 und steht im Einklang mit den Maßnahmen zur Prozessoptimierung. Sicherheitsstandards und Ergonomie sind für Lati außerordentlich wichtig und werden beim Bau der Pilotanlage entsprechend berücksichtigt.

Lati hat sich auf Hochleistungs-Thermoplaste spezialisiert. Die Produktpalette umfasst hochverstärkte, selbstschmierende und leitfähige Compounds für jeden Industriezweig, selbstverlöschende Materialien für Elektro-/Elektronikgeräte und Haushaltsgeräte sowie Compounds für Wasser- und Nahrungsmittelkontakt. Das Unternehmen bietet ein äußerst breites Produktportfolio an und das Spektrum der in der Produktion verwendeten Rohmaterialien ist extrem vielfältig. Gerade die hohe Variantenvielfalt des Rohmaterials ist eine der größten Herausforderungen und bewog die Firmenleitung von Lati, sich an Coperion für die Entwicklung einer Lösung zur Schüttguthandhabung ihrer Pilotanlage zu wenden. Die umfangreiche Erfahrung, die Coperion im Umgang mit schwierig zu handhabenden Schüttgütern sowie gleichzeitig der Handhabung von Variantenvielfalt aufweisen kann, bestärkte die Firmenleitung der Lati Group in ihrer Entscheidung, gemeinsam mit Coperion ihre Pilotanlage anzugehen.

Michela Conterno, CEO von Lati, fasst ihre Sicht des Projekts wie folgt zusammen: „Wir waren auf der Suche nach einem starken Partner mit umfassender Kompetenz bei der Aufbereitung und der effizienten Förderung von schwierigen Schüttgütern. Coperion ist seit langer Zeit einer unserer Partner und hat uns bei diesem neuen Pilotlinienprojekt enorm dabei geholfen, bei komplexen Aufgaben wie der Handhabung unserer großen Variantenvielfalt an Produkten und Zusatzstoffen neue Maßstäbe zu setzen. Neue technologische Entwicklungen und ein innovatives technisches Konzept überzeugten uns, dieses Pilotanlagenprojekt gemeinsam mit Coperion auszuführen.“ Emanuele Falavena, Sales Manager, Coperion Italien, äußert sich folgendermaßen: „Mit diesem Projekt kann Coperion seine Innovationskraft unter Beweis stellen. Die enorme Menge an Materialien, die gehandhabt werden müssen, stellte eine echte Herausforderung für unser Team dar. Schließlich entwickelten wir ein flexibles, effizientes Konzept, das die Anforderungen von Lati hinsichtlich Prozessoptimierung, Sicherheit, Effizienz und Flexibilität erfüllt.“
 

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