Die Fakuma findet 2026 zum 30. Mal statt. Vom 12. bis 16. Oktober trifft sich die kunststoffverarbeitende Industrie in Friedrichshafen. Das technische Spektrum reicht von Spritzgieß-, Umform- und Extrusionstechnik über 3D-Druck, Masterbatches und Rohstoffe bis zu Werkzeugen, Prozesstechnik und Recycling. Zum Jubiläum ergänzt ein umfangreiches Rahmenprogramm die Ausstellung. Dabei stehen technologische Entwicklungen ebenso auf der Agenda wie die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Kunststoffindustrie und die Nachwuchsgewinnung. Die Geschichte der Fachmesse reicht bis 1981 zurück, als sie mit 76 Erstausstellern startete. Inzwischen deckt sie wesentliche Bereiche der Wertschöpfungskette der Kunststoffverarbeitung ab. Die 30. Ausgabe verbindet diesen Rückblick mit mehreren neuen Formaten.
Erster Fakuma Innovation Award deckt sechs Bereiche ab
Eine Premiere ist der Fakuma Innovation Award. Der Wettbewerb zeichnet Lösungen aus technologischer, ökologischer und wirtschaftlicher Perspektive aus. Projekte konnten in sechs Kategorien eingereicht werden: Spritzguss, Extrusion, Recycling, Werkzeug- und Formenbau beziehungsweise Thermoformen, Compounding und Werkstoffe sowie Enabler der Kunststofftechnik. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass die jeweilige Entwicklung auf der Fakuma 2026 live gezeigt werden kann. Möglich sind Serienprodukte, funktionsfähige Prototypen oder demonstrierte Technologien. Eine unabhängige Fachjury bewertet die Einreichungen, die Auszeichnung der Gewinner ist für den ersten Messetag vorgesehen. Damit umfasst der Wettbewerb Lösungen vom Werkstoff über die Verarbeitung bis zur technischen Peripherie.
Round Table diskutiert Resilienz der Kunststoffindustrie
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen stehen bei der dritten Ausgabe des „Round Table zur Fakuma“ im Mittelpunkt. Unter dem Titel „Die Stärken stärken, wie festigt die europäische Kunststoffindustrie ihre Resilienz?“ diskutiert eine Expertenrunde mögliche Wege für eine widerstandsfähigere Branche. Zu den angesprochenen Themen gehören stabilere Kostenstrukturen, eine geringere Abhängigkeit von schwankenden Rohölmärkten und der Übergang zur Kreislaufwirtschaft. Die Diskussion soll ökonomische, ökologische und soziale Anforderungen zusammenführen und konkrete Maßnahmen für Entwicklung, Produktion und Administration behandeln. Damit erweitert das Rahmenprogramm den Blick über einzelne Maschinen, Werkstoffe und Verfahren hinaus auf die Bedingungen, unter denen Kunststoffverarbeiter in Europa produzieren.
Start-ups bringen neue Lösungen auf die Fakuma
Für junge Unternehmen steht erneut eine eigene Start-up-Area zur Verfügung. Dort können Anbieter mit neuen Produkten und Konzepten für die industrielle Kunststoffverarbeitung ihre Entwicklungen einem internationalen Fachpublikum zeigen. Das Format richtet sich insbesondere an Unternehmen, die sich noch am Anfang ihrer Marktentwicklung befinden. Inhaltliche Voraussetzung ist ein Bezug zur industriellen Kunststoffverarbeitung. Damit ergänzt die Start-up-Area das etablierte Ausstellerfeld um junge Anbieter und neue technische Ansätze.
Fakuma richtet Karriere-Freitag für den Branchennachwuchs aus
Am 16. Oktober steht die Nachwuchsgewinnung im Mittelpunkt. Gemeinsam mit den Messebeiräten und Plastics Europe Deutschland organisiert der Veranstalter erneut den Karriere-Freitag unter dem Motto „Mold your dreams, mold your future“. Das Angebot richtet sich an Schüler, Studierende und Berufseinsteiger. Aussteller öffnen ihre Messestände für spezielle Aktionen, informieren über Fertigungstechnologien und geben Einblicke in berufliche Tätigkeitsfelder der Kunststoffindustrie. Ziel ist es, direkte Kontakte zwischen Unternehmen und potenziellem Nachwuchs herzustellen.
„Wir möchten jungen Menschen nicht nur Berufsbilder vorstellen, sondern echte Perspektiven eröffnen“, erklärt Bettina Schall, Geschäftsführerin des Messeunternehmens P. E. Schall. „Der Karriere-Freitag bringt Talente und Unternehmen direkt zusammen, authentisch, praxisnah und auf Augenhöhe. So wird erlebbar, wie spannend und zukunftsorientiert die Kunststoffindustrie tatsächlich ist.“
Paul-Eberhard-Schall-Medaille wird erstmals vergeben
Eine weitere Neuerung der Jubiläumsausgabe ist die Paul-Eberhard-Schall-Medaille. Der Messeveranstalter vergibt sie 2026 erstmals an ein Unternehmen, das die Entwicklung der Kunststoffverarbeitung nach seiner Einschätzung maßgeblich geprägt hat. „Aus Anlass der diesjährigen Jubiläums-Fakuma verleihen wir als Messeveranstalter erstmals die Paul-Eberhard-Schall-Medaille an ein Unternehmen, das wegweisend und prägend für die Branche wirkt“, sagt Bettina Schall. „Wir wollen sowohl die herausragende technologische Stellung des Unternehmens für die Weiterentwicklung der Kunststoffverarbeitung als auch die enge Verbindung zu unserem Messeunternehmen würdigen.“ Neben den neuen Formaten gehören Fachvorträge im Forum zum Programm. Sie ergänzen Ausstellung, Round Table und Karriereangebote um die Vermittlung technischer und branchenspezifischer Inhalte.
Technik und Zukunftsthemen prägen die Fakuma 2026
Die Jubiläumsausgabe kombiniert damit mehrere Perspektiven auf die Kunststoffverarbeitung. Maschinen, Werkstoffe und Verfahren bilden den technischen Kern, während Innovation Award und Start-up-Area neue Entwicklungen aufgreifen. Der Round Table richtet den Blick auf die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit der Branche, der Karriere-Freitag auf den künftigen Personalbedarf. Die Fakuma 2026 findet vom 12. bis 16. Oktober in Friedrichshafen statt. Die Messe ist an allen fünf Veranstaltungstagen jeweils von 9 bis 17 Uhr geöffnet.